Sonntag, 11. November 2007

Die erste Woche in der neuen Heimat



Tag 1 - 3:
Nach gut 16 h reiner Flugzeit bin ich dann am Samstag um 7:30 Uhr angekommen. Der Fahrer hat auch schon auf mich gewartet und mich zum Hotel gebracht. Bloederweise hatte die Sekretärin vergessen, denen zu sagen, dass ich schon recht frueh komme. Deswegen war kein Zimmer frei und ich musste drei Stunden warten bis ich in ein Zimmer konnte. Und weil die gar keinen richtigen Platz zum Warten hatten - ausser eine ranzigen Frühstücksraum bin ich erstmal superfrustriert gewesen. Bäh!!
Dann war ich irgenwann in meinem Zimmer und war erstmal schockiert wie laut es dort war - direkt an der Strasse kein Wunder. Habe mich dann doch nur geduscht und bin mit dem Taxi erstmal zu dem Freund den ich hier in Bs.As. habe - der war aber nicht da. Aber dafür eine Freundin aus Uruguay und ein Freund aus Ecuador. Mit denen bin ich dann erstmal durch die Stadt gelaufen und habe mir noch ein paar Sachen angeguckt.

Und mich ueber Gott und die Welt, Politik, die Unterschiede der einzelnen Länder Suedamerikas etc unterhalten - natürlich auf Spanisch. Irgendwann ist dann auch mein Freund aufgetaucht und wir haben bei ihm noch Tee getrunken. Mmh, aber dann kam es:
hatte ploetzlich furchtbare Magenschmerzen und konnte mich kaum noch ruehren. Mir war schwindelig etc. habe mich dann erstmal bei ihm kurz hingelegt. Da es nicht besser wurde habe ich dann erstmal am Samstag bei ihm uebernachtet und mich am Sonntag von ihm und seinem Mitbewohner pflegen lassen. Mir ging es aber auch echt nicht so gut. Naja, am Montag bin ich dann abgeholt worden und in die Arbeit. Weniger verwunderlich, dass die noch keinen Plan haben was ich jetzt eigentlich mache. Irgendwas in Richtung Controlling. Doof nur, dass die Frau die mich einarbeitet jetzt erstmal weg ist für zwei Wochen. Wurde allen vorgestellt und die sind auch sehr nett alle. Bin dann um halb sechs wieder mit dem Fahrer ins Hotel gebracht worden und habe mir dann in einem schönen Gartenrestaurant Kuerbisgnocci bestellt und die Leute angeguckt. War dann auch um neun schon so muede, dass ich ins
Bett gefallen bin.

Zum Glück konnte ich vorher noch das Zimmer tauschen und es war etwas ruhiger. Und noch was: erster Start in die Unabhängigkeit mit einer argentinischen SIM-Karte!

Tag 4:
Meine Erlebnisse mit dem argentinischen Zoll.
In Deutschland habe ich cleveres Kerlchen mir ja überlegt, dass es viel günstiger und praktischer ist einen Großteil meines Gepäckes per Spedition nach Buenos Aires zu schicken. Die beiden Koffer kamen auch sehr pünktlich an und ich wollte dann den Kram am Dienstag mit meinem Fahrer abholen. Geht bestimmt ganz easy und schnell dachte ich mir - so hatte es mir ja auch die freundliche Dame der Spedition in Deutschland versprochen. Ha, ha. Wäre ja langweilig wenn es so einfach ginge.
Mein Fahrer hat mich also morgens im Hotel abgeholt. Ich sagte extra nochmal, dass wir erst zum Flughafen müssen und Koffer aus dem Zoll holen bevor wir weiter zum Büro können. Ja, ja, sagte er und düste los. Nach 20 Minuten hab ich mich schon gewundert warum wir eigentlich immer weiter in die Stadt reinfahren statt in die Gegenrichtung - der Flughafen war doch gar nicht im Zentrum? Tja, der internationale Flughafen ist auch tatsächlich außerhalb der Stadt, nur der Heinzi hinterm Steuer hatte leider verstanden, dass wir zum Inlandsflughafen wollen - und der liegt im Zentrum. Als das Mißverständnis aufgeklärt war ging es dann wieder in die andere Richtung, dieses Mal zum richtigen Flughafen. Aus irgendwelchen Gründen dachte ich, dass so ein Taxifahrer wüsste wo am Flughafen der Zoll ist. Tja, wieder Pustekuchen. Der Heinzi kannte sich überhaupt nicht aus. Gar nicht. Und statt das zuzugeben hat er mich mit meinen Highheels quer durch den Flughafen geschleppt. Bis es mir zu blöd wurde und ich einfach mal gefragt habe wo wir hin müssen.

Als wir dann endlich am Zoll waren hat das ganze Procedere dennoch den ganzen Vormittag benötigt, da ich ständig zwischen Büro 1, 2, 3, 4 hin und her geschickt
wurde um irgendwelche Stempel, Unterschriften oder Dokumente zu holen.
Wahnsinn diese Bürokratie! Irgendwann musst ich echt lachen weil es so
behämmert war. Und dann bin ich um 13 Uhr in der Arbeit gewesen.

Abends war ich mit meiner deutschen Kollegin Bianca und ihrer Spanischlehrerin Bruna (die jetzt auch meine ist!) im Barrio Chino. War lecker, aber lang nicht so scharf wie ich asiatisches Essen bisher kenne.
Und ein echtes Highlight: ich habe entdeckt, dass ich im Hotelzimmer W-Lan habe! Welch eine Freude in der Fremde!

Tag 5:
Arbeit, Besuch aus Deutschland Rolf,kampfe mit der Reisekostenabrechnung, Abendessen im Nudelrestaurant, ziemlich doofer Tag, Wohnungen angeguckt, die Traumwohnung gefunden, die aber über dem Budget liegt ...

Tag 6:
War auf der grössten Elektro- und Lichtmesse hier in Argentinien, Name: BIEL. Lerne wieder 1000 Leute kennen, recht interessant, vor allem die Hostessen die unglaublich krasse Ausschnitte und um so kürzere Roecke tragen.
Abends mit Guillermo treffen und nach San Telmo fahren, dort mit seiner Cousine aus Paris Luis und dem Cousin Federico (den ich auch noch von vorher kenne) ein, mit der Ubahn, die jetzt im Frühjahr schon so heiss ist dass ich mir nicht ausdenken möchte wie es im Sommer sein wird, und eng war es, sauschönes Gitarrenkonzert auf franzoesischer Sprache hören, da ich fast einschlafe, dann durch die ganze Stadt mit dem Taxi heim.

Tag 7:
Habe mich für eine Wohnung entschieden. Lustigerweise wohnt im gleich Apartmenthaus der gleiche Siemensianer mit dem ich mich heute noch treffen werde. Ja, ja. Das wird heute Abend gleich noch gefeiert. Endlich wieder gute Laune und heute wurde mir auch total viel erklärt, von zwei Kaufleuten parallel. Abends hab ich mir dann mein 1. Steak hier gegönnt. Ja, es war lecker!!

Tag 8:
Am Samstag hab ich mich nach 2 h Skypen zum Sommer-Fest der Botschaft Deutschlands aufgemacht. Mein Ziel: das MIA Konzert. War richtig toll & ich habe neben der Siemens-Mafia vor Ort auch noch einige andere nette Menschen kennen gelernt. Abends dann noch ein Abstecher nach Puerto Madero. Dem entzwischen superchicen und modernen Hafenviertel. Fotos werden folgen ...

Keine Kommentare: