2. In der Arbeit haben ganz viele Leute Thermoskannen vor sich stehen und trinken Mate. Will heißen: aus einer Kalebasse (Mate) wird mit Hilfe eines versilberten Quasi-Strohhalms das bittere Getränk regelmäßig dem Körper zugeführt. Mate ist ein in Südamerika weit verbreitetes Aufgussgetränk, das durch Aufguss kleingeschnittener trockener Blätter des Ilex paraguayensis gewonnen wird. Mate bezeichnet ursprünglich das Trinkgefäß (aus dem Quechua
Wer mehr darüber wissen will: http://de.wikipedia.org/wiki/Mate
3. Die essen hier immer Weißbrot zum Essen - wie in Italien oder Spanien auch üblich
4. Mein Büro ist in der Gegend St. Martin, Ruta Ocho. Nicht gerade die beste Gegend (hier heissen die "Slums" uebrigens nicht "Favela" sondern "Villa" - und so bezeichneten meine argentinischen Kollegen auch die Gegend rund um Siemens), daher ist das Gelände auch umzaeunt und man sollte nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit hier sein. Will heißen: die arbeiten hier nicht soooo lang. Angeblich hat Siemens die Mafia hier vor Ort bestochen, deswegen ist zum Glück bisher fast nichts passiert. Ich freu mich aber daher schon ungemein, dass ich hier bald mit dem Colectivo (Bus) hierher fahren darf. Kann ja heiter werden ... Noch werde ich allerdings mit dem Remise-Taxi zwischen Hotel und Büro hin- und hergefahren.
5. In der Arbeit bekommt jeder lokale Mitarbeiter pro Monat ein Gutscheinheft im Wert von 280 Peso (umgerechnet ca. 60 Euro) das er in einigen Supermaerkten und Restaurants einlösen kann. Kommt daher, weil man in Argentinien ab einem bestimmten Einkommen prozentual höhere Steuern zahlen muss & daher wird ein Teil des Gehaltes durch diese Gutscheine ersetzt. Die sind nämlich komplett steuerfrei. Clever, oder? Könnten bei uns ja sowas wie ein Gutscheinheft für Schuhgeschaefte rausgeben... steuerfrei!
6. Bei mir im Büro arbeiten 80% Männer - aber das kenn ich ja schon. Ca. 50% der Mitarbeiter bei Siemens spricht zu meiner Überraschung Deutsch.
7. Es ist fuer die Jahreszeit sehr untypisch sehr kalt: 15-20 Grad oder so. Am Samstag soll es aber 29 Grad haben.
8. In der U-Bahn gibt es keine Klimaanlage: bin zwar erst zweimal damit gefahren, aber ich fand es da schon so unerträglich heiß, dass ich beschlossen habe im Sommer eher darauf zu verzichten.
9. Die meisten Argentinier bekreuzigen sich sobald sie an einem Kreuz vorbei fahren. Die überwältigende Mehrheit der Argentinier ist roemisch-katholisch.
10. Das Essen hier schmeckt meistens total fad. Außer Salz - und das wird auch kaum verwendet - kennen die hier anscheinend keine Gewürze. Muss mal im Supermarkt danach suchen. Hab beschlossen mir immer ein Würzdoeschen in die Kantine mit zunehmen.
11. Eine Busfahrt kostet umgerechnet 20 Cent - dabei spielt es keine Rolle wie weit man fährt, dafür kann man durchaus auch mal 1, 5h im Bus sitzen.
12. Die Inflation ist hier deutlich spuerbar.
13. Die Wahl Christina Kirchners zu Präsidentin wird von den gebildeten Bevoelkerungschichten als reine Farce wahrgenommen. In den anderen Gesellschaftsschichten ist Ms. Make-up aber dafür um so beliebter.
14. Buenos Aires liegt am Meer, aber davon sieht man normalerweise nicht sehr viel.
15. Die Umgangssprache hier heißt Lunfardo - und man muss hier immer aufpassen nicht in ein verbales Fettnäpfchen zu treten. Hier hat irgendwie alles zwei Bedeutungen und meistens ist eine davon nicht ganz jugendfrei.
16. In der Arbeit und der Kantine, in der Disco und im Café, im Schuhgeschäft und auf der Strasse - Lieblingsgesprächsthema ist hier generell: Liebe, Beziehungen, Sex, ... kein Wunder, dass zumindest ich mir da manchmal echt ganz schön auf den Schlips getreten fühle.
17. Anscheinend mache ich hier permanent einen sehr gestressten und nervoesen und ungeduldigen Eindruck, jedenfalls höre ich 20 Mal am Tag "tranquilo"
18. Ich sitze in einem Großraumbüro, verglichen mit dem das ich aus Santiago de Chile kenne hat hier aber jeder einzelne Mitarbeiter echt richtig viel Platz und es gibt auch keine Sichtschranken oder so wie in den USA.
19. Schönheit und wie man sich besonders schön machen bzw. halten kann ist sowohl für die Frauen als auch die Männer ein omnipräsentes Thema.
20. Ich weiß hier schon mehr über das Privatleben meiner Kollegen als in Deutschland nach 1,5 Jahren. Die Theorie von der High-Context Culture findet sich nun auch in der Praxis bestätigt. Dasgleiche gilt übrigens fuer das Thema "Polychronität" - schnell geht hier nix und wenn dann wird auch nicht eins nach dem anderen gemacht sondern alles auf einmal bzw. parallel. Wobei ich zugeben muss, dass trotz der Zeitverzoegerung alle Dinge meistens dann doch ganz toll hinhauen. Auch wenn ich mir schon manchmal gedacht habe: Wie soll dass denn hier alles überhaupt funktionieren?



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