Gestern hatte ich Besuch ... von Bruna meiner Spanischlehrerin und einem ihrer Freunde, Florencia, Mariela, Alfredo, Gaspar, Arne, Kira, Patrick und Alexander.
Habe mir gedacht, dass ich endlich mal die Parilla (Grill) auf dem Dach ausnutzen muss. Zum Glueck haben mir meine argentinischen Freunde ziemlich dabei geholfen und Alfredo hat den Grillmeister gemacht.
Als ich die fuenf Kilo Fleisch (fuer 11 Personen) angeschleppt habe dachte ich mir zwar das sei zu viel, aber das Gesicht von Gaspar und Alfredo sagten das Gegenteil aus. Und tatsaechlich wurde fast alles gegessen ...
Abgesehen vom Asado, das muss ich leider dazu sagen, hat die argentinische Küche wenig zu bieten; dafür ist sie zu rustikal. Und genau genommen hat der Asado nichts mit raffinierter Küche gemein. Er ist viel mehr als das.
Asado heisst eigentlich gegrilltes Fleisch, Braten; das Wort wird heute für das Grillereignis allgemein gebraucht. Ein Asado ist in der Regel eine Festmahlzeit, in der verschiedene Fleischsorten und Innereien, meist vom Rind, aber in einigen Regionen auch von Schaf, Ziege, Schwein und Geflügel, auf einem Holzkohle- oder Holzgrill horizontal gegart werden.
Asados haben als festliche, aber nicht allzu formelle Mahlzeit einen hohen sozialen Stellenwert. Traditionell wird es am Wochenende entweder in der Familie oder im Freundeskreis gemeinsam zubereitet. Dabei herrscht immer noch eine klassisch-konservative Rollenteilung vor: Während der Mann das Fleisch schneidet und grillt, widmet sich die Frau der Zubereitung von Salaten. Ja, so war es auch bei uns ;-)
Der Argentinier ist überzeugt davon, dass er, als er noch als nomadisierender Gaucho durch die zaunlose Pampa ritt, den Asado erfunden hat, dass es dabei um eine Art Kult geht, den ausser ihm niemand wirklich beherrscht, dass überdies nur er über das richtige Fleisch - das beste auf der Welt notabene - verfügt. Lassen wir ihm den Glauben; ein Asado ist viel zu schön, um darüber in Streit zu geraten.
«Cada bicho que camina va a parar al asador», heisst ein bedrohliches argentinisches Sprichwort; frei übersetzt: Jedes Biest, das herumläuft, wird auf dem Grill landen. Aber es ist doch das Rind, das seit eh und je das eigentliche Objekt der Begierde darstellt. Argentinien gehört zu den zehn grössten Fleischproduzenten und -exporteuren der Welt. Auf die 37 Millionen Einwohner kommen 62 Millionen Stück Vieh, achtzig Prozent davon sind Rinder. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollen die reichen Argentinier, wenn sie sich für ein paar Monate nach Europa begaben, Rinder mit eingeschifft haben, um in Paris, Rom oder Madrid nicht darben zu müssen, wird erzählt.
Rindfleisch ist Kult, es zu essen, gehört neuerdings zu den verbrieften Rechten. Als wegen zunehmender Nachfrage im Ausland Anfang 2006 der Export gesteigert wurde und die Preise auch im Land selbst stiegen, ordnete Präsident Néstor Kirchner persönlich Massnahmen an, um Teile des zum Export bestimmten Fleisches auf den Binnenmarkt umzuleiten und die Preise zu drücken. Es gibt in den Augen der Einheimischen keine Wirtschaftskrise, keine Notlage, die eine Verknappung oder massive Verteuerung des Rindfleisches rechtfertigen würden. Wehe dem Politiker, der dieses Gewohnheitsrecht missachten wollte.
Die Parilla, das Grillgeraet steht bei mir im Gebaude auf dem 26. Stockwerk und hat eine dementsprechend fantastische Aussicht ueber den Rio de la Plata und natuerlich Buenos Aires. Im Prinzip ist es einfach ein Rost, der an Ketten hängt, sodass sich die Nähe des Fleisches zur Glut regulieren lässt. Auf dem Land und vor allem in Patagonien, wo hauptsächlich Schafe gebraten werden, trifft man oft die traditionelle Parrilla in Form eines aufgerichteten Eisenkreuzes an. Nicht sehr katholisch. Aber die überwiegend katholischen Argentinier wissen zwischen dem wichtigsten Symbol ihrer Religion und dem archaischen Asadokult zu unterscheiden; ein gekreuzigtes Tier vermag ihr liebstes Vergnügen, ihre grösste Lust nicht zu schmälern.
Alfredo hat das Feuerchen entfacht, mit Holz, Papier und Holzkohle (Gaspar hat das zur kritischen Anmerkung veranlasst, dass ein richtiges Asado eigentlich aus reinem Holz sein muss). Es wurde Wein getrunken und die Windstärke geprüft. Es war ein total krasser Wind gestern, staendig hat es was weggeweht und trotzdem standen wir alle wie gebannt um den Grill und haben Alfredo zugeguckt. Ist ja auch eine Kunst so ein Asado. Ist die Glut nicht richtig, wird aus dem Asado nichts Gutes. Entweder das Fleisch verbrennt an den Enden, oder es wird nicht heiss genug. Richtig ist die Glut, wenn sich auf der Holzkohle eine grau-weisse Schicht aus Asche gebildet hat. Der umsichtige Asadero - also auch Alfredo - macht so viel Glut, dass ein Quantum davon in einer Ecke der Parrilla als Reserve liegen bleibt.
Was gab es? Colita de quadril (saftiges Stück aus dem Hüftbereich), Lomo (das Zarteste, Filet vom Rücken), Vacio (fragt mich nicht was das ist, auch irgendein Stueck von der Kuh), Schweinerippen und Chorizo (Wurst). Die Jungs haben sich natuerlich bei mir beschwert, dass ich keine Blutwurst fuer den Grill gekauft habe. Aber ich konnte beim besten Willen nach einem Durchgang durch die ueberquellende Fleischtheke nicht auch noch so eine "Leckerei" kaufen. Puh, war echt eine Herausforderung und danach habe ich zumindest ueberlegt ob ich Abends ueberhaupt noch Fleisch essen will ...
Aber egal, die Gäste wurden gefragt, ob sie das Fleisch lieber blutig oder durchgebraten auf dem Holzteller haben wollen, der Asadero muss wissen, wie er den verschiedenen Wünschen nachkommt. Pro erwachsene Person geht man von 500 Gramm Fleisch mit Knochen, 400 Gramm ohne Knochen aus, Würste et cetera zählen nicht. Das Fleisch darf man ein bisschen salzen, sonst soll man ihm nichts antun. Eine Kartoffel aus der Glut ist erlaubt, ein bisschen Grünzeug möglich, die scharfe Chimichurri-Sauce aus Paprika, Zwiebeln und Knoblauch unerlässlich, und notwendig ist natürlich viel Wein, um alles runterzuspülen.
Bruna hat zwischendurch um Ruhe und um den Applaus für den Asadero gebeten, dem wir bei dem leckeren Essen natuerlich gerne nachkamen.
Irgendwann um 1 Uhr sind dann alle satt und zufrieden nach Hause gewackelt ... durch stroemenden Regen. Den gibt es hier zur Sommerszeit naemlich ofter mal. Ein Regenguss dagegen ist eine echt staubtrockene Angelegenheit dagegen.
Es war sehr schoen Gaeste zu empfangen in meinem kleinen Reich und war sicher nicht das letzte Mal.
Donnerstag, 31. Januar 2008
Mittwoch, 30. Januar 2008
Januarende
Bevor ich alles vergesse was ich die letzten Tage erlebt habe muss ich mich jetzt doch wohl hinsetzen und ein paar Zeilen schreiben ...
... San Telmo: Ich kann mich immer noch nicht so richtig entscheiden welcher nun mein Lieblingsstadtteil ist. Ich schwanke zwischen San Telmo und Palermo. Waehrend Palermo modern, begruent, dynamisch und politisch korrekt in der Umgebung meines Apartmenthauses einen Charme von jugendlicher Frische versprueht (in dem man Inbars, Sushi und trendige Klamotten und Accesoires vorfindet), zieht San Telmo gerade durch die schaebigen Hausfassaden, die melancholische Musik des Tango, die haesslichen Hinterhoefe und die Antiquaetenlaeden und Flomaerkte in den Bann.
Samstag war ich mal wieder dort. Zuerst war ich mit ein paar anderen in den "Manzanas de las Luces" (dazu spaeter mehr) am Plaza de Mayo und bin dann alleine in Richtung Plaza Dorrego geschlendert. Vorbei an den ranzigen Geschaeften, staendig ein vulgaeres Piropo der Kerle auf der Strasse im Ohr, zu einem kleinen Antiquariat in dem ich durch die bereits vergilbten Zeitschriften der 40er Jahre und die uralten zerlesenen Buecher stoeberte. Im Hintergrund dudelte leise Jazzmusik vor sich hin. Irgendwie schien mir als waere die Zeit in diesem Raum stehen geblieben. Zwei Zeitungen hatte ich mir schliesslich ausgesucht doch wie so oft das Problem mit dem Wechselgeld. Einen 100 Peso Schein konnte der ergraute Herr, der Verkaufer der mit einem jungen Paarchen Maté hinter einem Berg Buecher schlurfte unmoeglich klein machen. Gut, dann geh ich mal ins Restaurant gegenueber und trinke einen Kaffee. Von dort aus konnte ich auch den Namen des Geschaeftes lesen "El Rufián melancólico" ... der Verkaeufer stand inzwischen auf der Strasse und schaute, ... oje, es war ja schon 20 Uhr. Der wollte bestimmt sein Geschaeft zumachen. Habe dem Kellner meinen 100er in die Hand gedrueckt, das Wechselgeld in meine Ledertasche gestopft und bin zurueck um die Zeitschriften zu kaufen ... als haette ich es geahnt und als haette eine ueberirdische Hand mich ein zweites Mal in diesen Laden gefuehrt beginnt nun eigentlich das magische an dieser Geschichte. Ich fragte was "El Rufían" bedeutet. Der Mann, er heisst uebrigens Jorge, hat mir darauf die Geschichte eines Zuhaelters erzaehlt, der sich ungluecklich in einer seiner Frauen verliebt ... dabei fiel mir auf, dass der Herr offensichtlich kein argentinisches Spanisch sprach und tatsaechlich, er kommt aus Chile ... und ist eigentlich Designer, Designer von Dingen aus Leder ... und ja, am liebsten macht er Tangoschuhe. Alles speziell auf die Person abgestimmte Designerschuhe. Nach einem ausserst philosophischen Gespraech ueber Schuhe und Tango habe ich mich zwar dann fast nicht getraut es zu fragen. Mich hat es aber so unter den Naegeln, um genau zu sein unter den Fussnaegeln gejuckt, dass ich es schliesslich doch getan habe: ich habe gefragt, ob er mir auch ein Paar macht. Mir war in dem Moment eigentlich fast egal wieviel es kostet, viel mehr Angst hatte ich, dass er sagt: Nein, tut mir leid, fuer Dich mach ich keine. Mir schien naemlich, dass er "seine" Schuhe nur in gute Haende abgegibt...
Nun denn, es wurde Mass genommen und ich konnte meine Ideen und Wuensche aeussern. Morgen suche ich dann das Leder aus...
Hab mich dann verabschiedet und bin aus dem Geschaeft hinaus ... ja, fast schon geschwebt.
Konnte es gar nicht glauben und waere fast geplatzt vor Glueck... ich weiss, das koennen wohl nur tangotanzende Frauen verstehen, die einen absoluten Schuhtick und Hang zur Nostalgie haben.
Ja, und genau aus diesem Grund mag ich San Telmo so gerne. Weil es Geschichten vom Leben erzaehlt.
... Tango: ich war inzwischen richtig oft tanzen, sowohl zu Stunden als auch auf Milongas. Und es ist einfach toll!
... habe die "Manazanas de las Luces" besucht, wohl die erste europaeische Siedlung in Argentinien (von Jesuitenmoenchen gegruendet um 1650)
... ich habe einen SAP-Anschluss und einen argentinischen email-Account.
... Schlussverkauf und noch mehr Schuhe
... San Telmo: Ich kann mich immer noch nicht so richtig entscheiden welcher nun mein Lieblingsstadtteil ist. Ich schwanke zwischen San Telmo und Palermo. Waehrend Palermo modern, begruent, dynamisch und politisch korrekt in der Umgebung meines Apartmenthauses einen Charme von jugendlicher Frische versprueht (in dem man Inbars, Sushi und trendige Klamotten und Accesoires vorfindet), zieht San Telmo gerade durch die schaebigen Hausfassaden, die melancholische Musik des Tango, die haesslichen Hinterhoefe und die Antiquaetenlaeden und Flomaerkte in den Bann.
Samstag war ich mal wieder dort. Zuerst war ich mit ein paar anderen in den "Manzanas de las Luces" (dazu spaeter mehr) am Plaza de Mayo und bin dann alleine in Richtung Plaza Dorrego geschlendert. Vorbei an den ranzigen Geschaeften, staendig ein vulgaeres Piropo der Kerle auf der Strasse im Ohr, zu einem kleinen Antiquariat in dem ich durch die bereits vergilbten Zeitschriften der 40er Jahre und die uralten zerlesenen Buecher stoeberte. Im Hintergrund dudelte leise Jazzmusik vor sich hin. Irgendwie schien mir als waere die Zeit in diesem Raum stehen geblieben. Zwei Zeitungen hatte ich mir schliesslich ausgesucht doch wie so oft das Problem mit dem Wechselgeld. Einen 100 Peso Schein konnte der ergraute Herr, der Verkaufer der mit einem jungen Paarchen Maté hinter einem Berg Buecher schlurfte unmoeglich klein machen. Gut, dann geh ich mal ins Restaurant gegenueber und trinke einen Kaffee. Von dort aus konnte ich auch den Namen des Geschaeftes lesen "El Rufián melancólico" ... der Verkaeufer stand inzwischen auf der Strasse und schaute, ... oje, es war ja schon 20 Uhr. Der wollte bestimmt sein Geschaeft zumachen. Habe dem Kellner meinen 100er in die Hand gedrueckt, das Wechselgeld in meine Ledertasche gestopft und bin zurueck um die Zeitschriften zu kaufen ... als haette ich es geahnt und als haette eine ueberirdische Hand mich ein zweites Mal in diesen Laden gefuehrt beginnt nun eigentlich das magische an dieser Geschichte. Ich fragte was "El Rufían" bedeutet. Der Mann, er heisst uebrigens Jorge, hat mir darauf die Geschichte eines Zuhaelters erzaehlt, der sich ungluecklich in einer seiner Frauen verliebt ... dabei fiel mir auf, dass der Herr offensichtlich kein argentinisches Spanisch sprach und tatsaechlich, er kommt aus Chile ... und ist eigentlich Designer, Designer von Dingen aus Leder ... und ja, am liebsten macht er Tangoschuhe. Alles speziell auf die Person abgestimmte Designerschuhe. Nach einem ausserst philosophischen Gespraech ueber Schuhe und Tango habe ich mich zwar dann fast nicht getraut es zu fragen. Mich hat es aber so unter den Naegeln, um genau zu sein unter den Fussnaegeln gejuckt, dass ich es schliesslich doch getan habe: ich habe gefragt, ob er mir auch ein Paar macht. Mir war in dem Moment eigentlich fast egal wieviel es kostet, viel mehr Angst hatte ich, dass er sagt: Nein, tut mir leid, fuer Dich mach ich keine. Mir schien naemlich, dass er "seine" Schuhe nur in gute Haende abgegibt...
Nun denn, es wurde Mass genommen und ich konnte meine Ideen und Wuensche aeussern. Morgen suche ich dann das Leder aus...
Hab mich dann verabschiedet und bin aus dem Geschaeft hinaus ... ja, fast schon geschwebt.
Konnte es gar nicht glauben und waere fast geplatzt vor Glueck... ich weiss, das koennen wohl nur tangotanzende Frauen verstehen, die einen absoluten Schuhtick und Hang zur Nostalgie haben.
Ja, und genau aus diesem Grund mag ich San Telmo so gerne. Weil es Geschichten vom Leben erzaehlt.
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| Januartage |
... Tango: ich war inzwischen richtig oft tanzen, sowohl zu Stunden als auch auf Milongas. Und es ist einfach toll!
... habe die "Manazanas de las Luces" besucht, wohl die erste europaeische Siedlung in Argentinien (von Jesuitenmoenchen gegruendet um 1650)
... ich habe einen SAP-Anschluss und einen argentinischen email-Account.
... Schlussverkauf und noch mehr Schuhe
Sonntag, 20. Januar 2008
2008 - und die Zeit rennt!
Die letzten Tage vergingen wie im Flug, kaum hatte ich mal Zeit mich ein paar Minuten ruhig hin zu setzen. Das habe ich vor allem meinem Neujahrsvorsatz mehr Tango zu tanzen zu verdanken. Ich war inzwischen auf einigen Milongas und konnte mich vor allem für die Queermilonga "Mano a Mano" im Salon Canning begeistern. Hab jetzt auch noch einen Tanzlehrer verpflichtet und nehme nun also Stunden bei Sabrina und Diego. Traumhaft!Hab mir auch viel neue und gute Musik besorgt und bin wieder voll im Tanzfieber! Ansonsten habe ich mich viel mit Freunden getroffen, Spanisch gelernt und es mir gut gehen lassen. Ein paar Tage war es hier in Buenos Aires unerträglich heiss (37 Grad, gefühlte 42 Grad laut Wetterbericht) und ich war froh wenn ich mich in klimatisierten Räumen aufhalten konnte. Der Sommer hier hat natürlich auch Auswirkungen auf die Arbeit. Die meisten haben im Januar zwei Wochen Urlaub und momentan ist das Büro nur halb besetzt (so wie in Deutschland im August). Und es geht auch nur noch um das Thema Urlaub. Zur ersten Frage meiner lieben Kollegen, Taxifahrer usw. neben "Tienes novio?" hat sich jetzt eine zweite gesellt "Tienes los vaciones?" .
Toll war die letzten Tage:
-> mein Ausflug nach China - oder besser gesagt ins Barrio Chino
-> meine spontane Fahrt aufs Land nach einer durchgetanzten Tangonacht
-> Schlammschlachten in kleinen Bächen
-> Bife de Lomo in San Antonio de Arecos mit Fanni, Lou, Gaspar, Mattías und Eric
-> Abendessen mit Fanni und Louisa
-> Sommergewitter nach den heissen Tagen
-> Gespräche mit meinen Hausbewohnern Bobby, Gilberto y Francois
-> Shopping Avenida Santa Fé
-> ein Sonntagnachmittag in San Telmo beim Freilufttango am Plaza Dorrego
-> Party bei Guillermito und Jeronimo
-> Einweihungsfeier bei Irene mit zwei hochschwangeren Freundinnen und dem Rest ihrer Mädchenclique
-> Alejandra beim Tango tanzen sehen
-> Samstagnachmittag abgammeln bei Gaspar am Pool
-> Laufen im Park von Palermo
-> Maté auf der Dachterrasse mit Arne und Guille
-> Bruna - die weltbeste Spanischlehrerin
-> schöne Musik in einem kleinen, symphatischen Lädchen entdecken
-> sich in der Abendsonne nach einer Runde schwimmen aufwärmen
-> meine neue Handtasche!
-> Französinnen beim Abendessen Gesellschaft leisten und ihnen beim Sprechen lauschen
-> die interessanten Menschen, die ich beim Tango tanzen kennen gelernt habe
-> durch Palermo bummeln
-> auf der Dachterrasse sitzen und den Flugzeugen beim Starten und Landen zusehen
-> auf dem Rio de la Plata mit dem Segelboot rumschippern
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| 2008 |
Toll war die letzten Tage:
-> mein Ausflug nach China - oder besser gesagt ins Barrio Chino
-> meine spontane Fahrt aufs Land nach einer durchgetanzten Tangonacht
-> Schlammschlachten in kleinen Bächen
-> Bife de Lomo in San Antonio de Arecos mit Fanni, Lou, Gaspar, Mattías und Eric
-> Abendessen mit Fanni und Louisa
-> Sommergewitter nach den heissen Tagen
-> Gespräche mit meinen Hausbewohnern Bobby, Gilberto y Francois
-> Shopping Avenida Santa Fé
-> ein Sonntagnachmittag in San Telmo beim Freilufttango am Plaza Dorrego
-> Party bei Guillermito und Jeronimo
-> Einweihungsfeier bei Irene mit zwei hochschwangeren Freundinnen und dem Rest ihrer Mädchenclique
-> Alejandra beim Tango tanzen sehen
-> Samstagnachmittag abgammeln bei Gaspar am Pool
-> Laufen im Park von Palermo
-> Maté auf der Dachterrasse mit Arne und Guille
-> Bruna - die weltbeste Spanischlehrerin
-> schöne Musik in einem kleinen, symphatischen Lädchen entdecken
-> sich in der Abendsonne nach einer Runde schwimmen aufwärmen
-> meine neue Handtasche!
-> Französinnen beim Abendessen Gesellschaft leisten und ihnen beim Sprechen lauschen
-> die interessanten Menschen, die ich beim Tango tanzen kennen gelernt habe
-> durch Palermo bummeln
-> auf der Dachterrasse sitzen und den Flugzeugen beim Starten und Landen zusehen
-> auf dem Rio de la Plata mit dem Segelboot rumschippern
Mittwoch, 2. Januar 2008
Sylvester 2007
Nachmittags waren Florencia, Mariella, Gustavo und ich noch auf dem Campo einer Freundin und haben es uns in der Sonne gut gehen lassen. Danach hieß es für Flor und mich husch, husch in die schicken Klamotten springen und zum Hof ihrer Onkels zu fahren. Der Hof liegt von der nächsten menschlichen Behausung ca. 40 km entfernt… und ist über Feldwege zu erreichen. Dort angekommen hat uns Carmen, die Gastgeberin erstmal mit Champagner versorgt und uns den anderen Gästen vorgestellt. Eine internationale Mischung aus Italien, Schweiz, Deutschland, Nigeria und Argentinien. Ich habe mich sehr gut unterhalten, auch wenn mein Sprachzentrum mal wieder ordentlich gefordert wurde ;-)
Von der Enkelin bis zur Urgrossmutter war alles vertreten und die Zeit bis 0 Uhr verging bei Plaudern an einer wunderbar lauen Sommernacht unter dem fantastischen Sternenhimmel den ich je gesehen habe unglaublich schnell. Ich glaub der Sternenhimmel ist deswegen hier in Argentinien soviel schöner, da es kaum Städte oder Dörfer gibt, die durch ihr Licht die Sicht behindern könnten … und in der südlichen Hemisphäre sieht man wohl manche Sternenkonstellationen die man bei uns erst gar nicht sieht …
Um Punkt 0 Uhr wurde mir in verschiedenen Sprachen, doch immer auf das Allerherzlichste ein Frohes und Gesundes Jahr 2008 gewünscht. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und war einfach nur froh, dass ich dieses Moment mit diesen Menschen genießen durfte.
Später gab es noch ein fantastischen Feuerwerk und um die Nacht auf dem Hof abzurunden ein riesiges Lagerfeuer. Zuvor durfte jeder bereits auf einen Zettel schreiben, was er im alten Jahr hinter sich lassen möchte … dieser wurde dann feierlich im Feuer verbrannt. Es wurde wild getanzt und gelacht, Florencia hat es sich nicht nehmen lassen gemeinsam mit dem italienischen Grossvater von Carmen ein Ständchen zu intonieren und so bekam ich in dieser Nacht auch noch „O sole mio“ live zu hören. Und zwischendrin wuselten trotz der fortgeschrittenen Stunde die Kinder herum, auch die allerkleinste, Julia (15 Monate) hilft tapfer bis um 3 Uhr morgens durch. Ohne das ohne Mucken! Im Gegenteil, es war ihr offensichtlich eine reinste Freude im Eis des Champagnerkübels rumzuwühlen und alle mit frischen Eiswürfeln zu versorgen … ;-)
Florencia, Gustavo, zwei Cousins und ich sind dann noch nach Victoria an den Strand gefahren um uns mit den Freunden aus Buenos Aires zu treffen… bis 7 Uhr morgens haben wir zu Cumbiamusik barfuss im Sand getanzt und sind dann irgendwann nach Hause zu Florencia gewackelt. Den nächsten Tag sind wir dann – vor allem wegen der 38 Grad im Schatten an diesem Tag – recht ruhig angegangen. Haben erstmal lange ausgeschlafen und uns mit Mate in die Hängematte gelegt. Später sind war dann noch zu einem Benediktiner-Kloster in der Nähe gefahren (wir: Florencia, Mariella, Gustavo, Pilar, Mahi, Gaspar und ich) und haben uns mit selbst gemachtem Honig, Marmelade und Likör versorgt. Anschließend ging es weiter zu den Jungs aus Buenos Aires, die sich ja für Sylvester eine Ferienwohnung gemietet hatten und haben am Pool mit Mate und brasilianischer Musik den Abend ausklingen lassen… Bevor es dann mit Pilar, Mahi und Gustavo wieder zurück nach Buenos Aires ging hat uns noch die Dorfkapelle mit Folkloremusik auf dem Markplatz verabschiedet ;-)
Auf der ganzen Fahrt nach Buenos Aires habe ich mir gedacht wie toll doch die Tage hier in Entre Rios waren und wie froh ich bin, dass ich diese Menschen kennen lernen durfte, die mich hier so unheimlich herzlich und freundlich aufgenommen haben die letzten Tage. Heimweh hatte ich trotz der Entfernung von zu Hause eigentlich nur einmal ganz kurz, ansonsten hab ich mich so wohl gefühlt, dass ich gerne Florencias Angebot wahrnehme und bald noch mal ein Wochenende mit ihr dort verbringe … Danke von Herzem an Florencia und Guille, die mir diese Erfahrung ermöglich haben!!!
Um 3 Uhr morgens in Buenos Aires angekommen bin ich glücklich uns zufrieden und gut erholt eingeschlafen … ;-)
Von der Enkelin bis zur Urgrossmutter war alles vertreten und die Zeit bis 0 Uhr verging bei Plaudern an einer wunderbar lauen Sommernacht unter dem fantastischen Sternenhimmel den ich je gesehen habe unglaublich schnell. Ich glaub der Sternenhimmel ist deswegen hier in Argentinien soviel schöner, da es kaum Städte oder Dörfer gibt, die durch ihr Licht die Sicht behindern könnten … und in der südlichen Hemisphäre sieht man wohl manche Sternenkonstellationen die man bei uns erst gar nicht sieht …
Um Punkt 0 Uhr wurde mir in verschiedenen Sprachen, doch immer auf das Allerherzlichste ein Frohes und Gesundes Jahr 2008 gewünscht. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und war einfach nur froh, dass ich dieses Moment mit diesen Menschen genießen durfte.
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| Sylvester |
Später gab es noch ein fantastischen Feuerwerk und um die Nacht auf dem Hof abzurunden ein riesiges Lagerfeuer. Zuvor durfte jeder bereits auf einen Zettel schreiben, was er im alten Jahr hinter sich lassen möchte … dieser wurde dann feierlich im Feuer verbrannt. Es wurde wild getanzt und gelacht, Florencia hat es sich nicht nehmen lassen gemeinsam mit dem italienischen Grossvater von Carmen ein Ständchen zu intonieren und so bekam ich in dieser Nacht auch noch „O sole mio“ live zu hören. Und zwischendrin wuselten trotz der fortgeschrittenen Stunde die Kinder herum, auch die allerkleinste, Julia (15 Monate) hilft tapfer bis um 3 Uhr morgens durch. Ohne das ohne Mucken! Im Gegenteil, es war ihr offensichtlich eine reinste Freude im Eis des Champagnerkübels rumzuwühlen und alle mit frischen Eiswürfeln zu versorgen … ;-)
Florencia, Gustavo, zwei Cousins und ich sind dann noch nach Victoria an den Strand gefahren um uns mit den Freunden aus Buenos Aires zu treffen… bis 7 Uhr morgens haben wir zu Cumbiamusik barfuss im Sand getanzt und sind dann irgendwann nach Hause zu Florencia gewackelt. Den nächsten Tag sind wir dann – vor allem wegen der 38 Grad im Schatten an diesem Tag – recht ruhig angegangen. Haben erstmal lange ausgeschlafen und uns mit Mate in die Hängematte gelegt. Später sind war dann noch zu einem Benediktiner-Kloster in der Nähe gefahren (wir: Florencia, Mariella, Gustavo, Pilar, Mahi, Gaspar und ich) und haben uns mit selbst gemachtem Honig, Marmelade und Likör versorgt. Anschließend ging es weiter zu den Jungs aus Buenos Aires, die sich ja für Sylvester eine Ferienwohnung gemietet hatten und haben am Pool mit Mate und brasilianischer Musik den Abend ausklingen lassen… Bevor es dann mit Pilar, Mahi und Gustavo wieder zurück nach Buenos Aires ging hat uns noch die Dorfkapelle mit Folkloremusik auf dem Markplatz verabschiedet ;-)
Auf der ganzen Fahrt nach Buenos Aires habe ich mir gedacht wie toll doch die Tage hier in Entre Rios waren und wie froh ich bin, dass ich diese Menschen kennen lernen durfte, die mich hier so unheimlich herzlich und freundlich aufgenommen haben die letzten Tage. Heimweh hatte ich trotz der Entfernung von zu Hause eigentlich nur einmal ganz kurz, ansonsten hab ich mich so wohl gefühlt, dass ich gerne Florencias Angebot wahrnehme und bald noch mal ein Wochenende mit ihr dort verbringe … Danke von Herzem an Florencia und Guille, die mir diese Erfahrung ermöglich haben!!!
Um 3 Uhr morgens in Buenos Aires angekommen bin ich glücklich uns zufrieden und gut erholt eingeschlafen … ;-)
Die Tage zwischen den Jahren
Sonnenaufgang - Sonnenuntergang
Wie angekündigt bin ich letzte Woche gemeinsam mit Guillermos Schwester Trinidad nach Rosario gefahren. Wir mussten zwar um 5:00 Uhr aufstehen um den Bus nach Rosario zu erwischen, aber dafür wurden wir von einem traumhaften Sonnenaufgang über den kleinen Seen und Flussauen der Landschaft entschädigt.. schlaftrunken kamen wir dann nach einer Stunde Fahrt in dem 1 Mio Einwohner Städtchen Rosario an. Während Trinidad in die Uni ist habe ich mich erstmal ausgeschlafen und bin anschließend durch die Stadt geschlendert. Das unbestritten Schönste in Rosario ist das Flussufer des Río Parana an dem sich Galerien, Restaurants, Bars, Strände und Parks quasi nahtlos aneinander reihen. Dort war ich dann auch erstmal laufen und habe den Anglern und den vorbeidümpelnden Containerschiffen zugesehen. Die Atmosphäre in der frühen Abenddämmerung war einfach toll und ich konnte mich lange nicht von dort losreißen. Spätabends habe ich vor allem mit meiner argentinischen SIM-Karte rumgeärgert, die Gute hat mal wieder Zicken gemacht. Dank der sehr aufmerksamen und hilfsbereiten Unterstützung von zwei Kioskbesitzern hab ich das Telefon aber doch schließlich wieder zum Laufen gebracht… ;-)
Am nächsten Morgen war ich dann gleich noch mal am Ufer entlang laufen, kurz in der Stadt um mir noch ein paar sehenswerte Gebäude anzusehen [vom Wohnhaus Che Guevaras war ich übrigens herbe enttäuscht, von außen hätte ich es ohne die Hilfe meines Reiseführers sicher nicht wahrgenommen] und bin dann mit dem Bummelbus wieder zurück nach Victoria.
Victoria ist zwar mit 40.000 Einwohnern gar nicht mal so klein, aber trotzdem hat des das Flair eines Dorfes. Es gibt einen schönen Marktplatz mit Kirche und der Kneipe wo sich jung und alt trifft: „El Banco“ ansonsten passiert – glaub ich – nicht sehr viel hier. Trotzdem ist Victoria eine typische Stadt des „Interior“ des Landesinneren. Da sich Kultur, Politik und Lehre fast ausschließlich in der Megacity Buenos Aires konzentrieren habe ich hier schon manchmal das Gefühl die Zeit wäre stehen geblieben. Das Leben der Bewohner läuft auch sehr viel geordneter und ruhiger ab als in der Hauptstadt. Das entspannte Maté trinken zu jeder Gelegenheit und die stoische Ruhe der Leute vermittelt mir teilweise das Gefühl, als wäre ich hier tatsächlich an einem Ort an dem die Uhren etwas langsamer ticken als im Rest der Welt.
Als ich schließlich aus Rosario wieder dort ankam hat mich dann Florencia, Guilles Cousine in Empfang genommen und wir sind mit dem Fahrrad durch die Stadt gedüst und haben uns anschließend im Pool abgekühlt. Puh, und hier kennt scheinbar echt jeder, jeden… Florencia hat jedenfalls ständig irgendwelche Leute begrüßt und irgendwie wusste auch jeder, dass die „Alemana“ im Lande ist. Und auch jeder, dass ich mit Guillermo Weihnachten gefeiert habe und jetzt bei seiner Familie wohne, was anscheinend die Gerüchteküche ordentlich zum brodeln gebracht hat. Mich wiederum auf die glorreiche Idee, dass ich Guillermo in der Arbeit als meinen „Novio“ verkaufe und mir dadurch die lästige Nachfragerei meiner lieben Kollegen erspare. *grins*
Am Freitag bin ich dann noch zu Florencia und ihrer Mama ein paar Ecken umgezogen. Ihr Freund Gustavo und seine Freunde aus Buenos Aires sind an dem Abend in ihrem Ferienhäuschen angekommen und wir wollten ja alle gemeinsam ein paar Tage hier am Fluss und in der Sonne verbringen. Die letzten Tage bestanden nun also aus sonnen, lesen, im Fluss baden, Maté trinken, Wasserskifahren, in den Pool springen, Sonnenuntergänge bewundern, Abends in der „Dorfkneipe“ noch was trinken, Asado vorbereiten, im Mondschein tanzen, den fantastisches Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre ansehen, mit der Familie von Florencia zu zwölft Mittagessen, argentinische Speisen ausprobieren [superlecker: gebackene Süsskartoffel (papata) – es gibt also doch mehr als Rindfleisch ;-)], mit der Mama Silvina und der Oma Tita aufs Land fahren, über Gott und die Welt reden, Hawaianas kaufen, die Mittagshitze verschlafen, Familienmitgliedern Rede und Antwort über meine Herkunft stehen – ja, einfach mit den Argentiniern leben.
Die letzten Tage war es unheimlich heiß (über 33 Grad), daher haben wir meistens vor 16 Uhr das Haus nicht verlassen. Hier im Landesinneren von Argentinien wird auch strikt das Gesetz der Siesta eingehalten, d.h. zwischen 13:30 Uhr und 17 Uhr haben die Geschäfte zu und eigentlich ist auch keiner auf Strasse unterwegs. Ansonsten ist hier das Leben doch noch etwas anders als in Deutschland, die Familie hat eine viel größere Bedeutung als bei uns, es wird viel gemeinsam gemacht und so ist z.B. üblich Sylvester mit der Familie zu verbringen (ähnlich wie Weihnachten) und eher selten mit Freunden. Gustavos Freunde machen da dieses Jahr eine Ausnahme. So viele Kleinigkeiten finde ich hier unheimlich schön, die Herzlichkeit, die Solidarität und die etwas entspanntere Art zu leben, manche Dinge treiben mich allerdings dann doch mal zur Weißglut. Aber die möchte ich jetzt gar nicht weiter ausbreiten ;-)
Da die Hitze gerade meinen Kopf etwas lähmt werde ich mich mal wieder zu Florencia und ihrer Mama gesellen… Bis im neuen Jahr dann!
Wie angekündigt bin ich letzte Woche gemeinsam mit Guillermos Schwester Trinidad nach Rosario gefahren. Wir mussten zwar um 5:00 Uhr aufstehen um den Bus nach Rosario zu erwischen, aber dafür wurden wir von einem traumhaften Sonnenaufgang über den kleinen Seen und Flussauen der Landschaft entschädigt.. schlaftrunken kamen wir dann nach einer Stunde Fahrt in dem 1 Mio Einwohner Städtchen Rosario an. Während Trinidad in die Uni ist habe ich mich erstmal ausgeschlafen und bin anschließend durch die Stadt geschlendert. Das unbestritten Schönste in Rosario ist das Flussufer des Río Parana an dem sich Galerien, Restaurants, Bars, Strände und Parks quasi nahtlos aneinander reihen. Dort war ich dann auch erstmal laufen und habe den Anglern und den vorbeidümpelnden Containerschiffen zugesehen. Die Atmosphäre in der frühen Abenddämmerung war einfach toll und ich konnte mich lange nicht von dort losreißen. Spätabends habe ich vor allem mit meiner argentinischen SIM-Karte rumgeärgert, die Gute hat mal wieder Zicken gemacht. Dank der sehr aufmerksamen und hilfsbereiten Unterstützung von zwei Kioskbesitzern hab ich das Telefon aber doch schließlich wieder zum Laufen gebracht… ;-)
Am nächsten Morgen war ich dann gleich noch mal am Ufer entlang laufen, kurz in der Stadt um mir noch ein paar sehenswerte Gebäude anzusehen [vom Wohnhaus Che Guevaras war ich übrigens herbe enttäuscht, von außen hätte ich es ohne die Hilfe meines Reiseführers sicher nicht wahrgenommen] und bin dann mit dem Bummelbus wieder zurück nach Victoria.
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| Zwischen den Jahren |
Victoria ist zwar mit 40.000 Einwohnern gar nicht mal so klein, aber trotzdem hat des das Flair eines Dorfes. Es gibt einen schönen Marktplatz mit Kirche und der Kneipe wo sich jung und alt trifft: „El Banco“ ansonsten passiert – glaub ich – nicht sehr viel hier. Trotzdem ist Victoria eine typische Stadt des „Interior“ des Landesinneren. Da sich Kultur, Politik und Lehre fast ausschließlich in der Megacity Buenos Aires konzentrieren habe ich hier schon manchmal das Gefühl die Zeit wäre stehen geblieben. Das Leben der Bewohner läuft auch sehr viel geordneter und ruhiger ab als in der Hauptstadt. Das entspannte Maté trinken zu jeder Gelegenheit und die stoische Ruhe der Leute vermittelt mir teilweise das Gefühl, als wäre ich hier tatsächlich an einem Ort an dem die Uhren etwas langsamer ticken als im Rest der Welt.
Als ich schließlich aus Rosario wieder dort ankam hat mich dann Florencia, Guilles Cousine in Empfang genommen und wir sind mit dem Fahrrad durch die Stadt gedüst und haben uns anschließend im Pool abgekühlt. Puh, und hier kennt scheinbar echt jeder, jeden… Florencia hat jedenfalls ständig irgendwelche Leute begrüßt und irgendwie wusste auch jeder, dass die „Alemana“ im Lande ist. Und auch jeder, dass ich mit Guillermo Weihnachten gefeiert habe und jetzt bei seiner Familie wohne, was anscheinend die Gerüchteküche ordentlich zum brodeln gebracht hat. Mich wiederum auf die glorreiche Idee, dass ich Guillermo in der Arbeit als meinen „Novio“ verkaufe und mir dadurch die lästige Nachfragerei meiner lieben Kollegen erspare. *grins*
Am Freitag bin ich dann noch zu Florencia und ihrer Mama ein paar Ecken umgezogen. Ihr Freund Gustavo und seine Freunde aus Buenos Aires sind an dem Abend in ihrem Ferienhäuschen angekommen und wir wollten ja alle gemeinsam ein paar Tage hier am Fluss und in der Sonne verbringen. Die letzten Tage bestanden nun also aus sonnen, lesen, im Fluss baden, Maté trinken, Wasserskifahren, in den Pool springen, Sonnenuntergänge bewundern, Abends in der „Dorfkneipe“ noch was trinken, Asado vorbereiten, im Mondschein tanzen, den fantastisches Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre ansehen, mit der Familie von Florencia zu zwölft Mittagessen, argentinische Speisen ausprobieren [superlecker: gebackene Süsskartoffel (papata) – es gibt also doch mehr als Rindfleisch ;-)], mit der Mama Silvina und der Oma Tita aufs Land fahren, über Gott und die Welt reden, Hawaianas kaufen, die Mittagshitze verschlafen, Familienmitgliedern Rede und Antwort über meine Herkunft stehen – ja, einfach mit den Argentiniern leben.
Die letzten Tage war es unheimlich heiß (über 33 Grad), daher haben wir meistens vor 16 Uhr das Haus nicht verlassen. Hier im Landesinneren von Argentinien wird auch strikt das Gesetz der Siesta eingehalten, d.h. zwischen 13:30 Uhr und 17 Uhr haben die Geschäfte zu und eigentlich ist auch keiner auf Strasse unterwegs. Ansonsten ist hier das Leben doch noch etwas anders als in Deutschland, die Familie hat eine viel größere Bedeutung als bei uns, es wird viel gemeinsam gemacht und so ist z.B. üblich Sylvester mit der Familie zu verbringen (ähnlich wie Weihnachten) und eher selten mit Freunden. Gustavos Freunde machen da dieses Jahr eine Ausnahme. So viele Kleinigkeiten finde ich hier unheimlich schön, die Herzlichkeit, die Solidarität und die etwas entspanntere Art zu leben, manche Dinge treiben mich allerdings dann doch mal zur Weißglut. Aber die möchte ich jetzt gar nicht weiter ausbreiten ;-)
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| Zwischen den Jahren 2 |
Da die Hitze gerade meinen Kopf etwas lähmt werde ich mich mal wieder zu Florencia und ihrer Mama gesellen… Bis im neuen Jahr dann!
Mittwoch, 26. Dezember 2007
Entre Rios - Victoria
Sonntag bin ich mit Guillermo, seiner Cousine Irene und seinem Vater in seine Heimatstadt Victoria in Entre Rios gefahren. Die Stadt ist zwar nur 300 km von Buenos Aires entfernt, aber dank strömenden Regens haben wir für den Weg über 5 h gebraucht. Dort angekommen erstmal großes "Hallo" beim Rest von Guillermos nicht gerade kleiner Familie. Abends sind wir noch ein bißchen in der Dorfkneipe unterwegs gewesen und sind dann früh ins Bett. Am nächsten Tag hat mich Guille auf sein Motorrad gepackt und es ging aufs Landgut seines Vaters ...

... ja, ja, ein Schelm der böses dabei denkt. Bei Mate und Sonnenschein haben wir uns lange über Gott und die Welt unterhalten bevor es wieder zurück ins elterliche Haus ging. Ach ja, da war ja noch was geplant für diesen Tag: war ja der 24. Dezember. Aber davon hat man nix mitbekommen. Die Geschäfte waren bis 20 Uhr geöffnet und keiner machte Anstalten dass es jetzt bald los ging. Um 21 Uhr war es aber dann doch soweit und wir sind mit Jeeps im Konvoi über Schotterpisten zu Guilles Onkel (?) gefahren. Der ist eigentlich Argentinier wohnt aber mit seiner italienischen Frau Carmen in Lausanne in der Schweiz. Wir 24 Leute - Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins, Freunde und Bekannte - waren eine bunte Mischung aus verschiedenen Ländern: Frankreich, Italien, Schweiz, Ecuador, Argentinien und Deutschland. Dementsprechend war das Stimmengewirr... Das Fest war alles andere als weihnachtlich, nicht einmal einen Christbaum gab es. Eigentlich ging es mehr darum, das Haus oder vielmehr den Palast des Gastgebers samt des davorstehenden Geländewagens (ja, ja, der gute Hummer) zu präsentieren. Nach dem Champagnerempfang gab es ein reichhaltiges Asado, gekrönt vom "Frohe Weihnachten!" Wünschen um Punkt 24 Uhr (war das nicht an Sylvester???) und Geschenke verteilen. Als ich eigentlich schon dachte der Höhepunkt wäre schon erreicht gab es allerdings noch eins drauf: ein Feuerwerk!
Mmh, das war also mein Weihnachten...
Am nächsten Tag habe ich lange ausgeschlafen und bin mit Guillermos Cousine Florencia zum Wasserskifahren auf den Rio Parana.. ihre Schwestern und Schwäger - wie sollte es auch anders sein - waren auch da ;-) Das war sehr schön! Und die Argentinier sind wirklich alle sehr, sehr gastfreundlich und interessiert! Abends habe ich mit Guillermos Eltern Abend gegessen und lange über die Argentinien und Deutschland an sich gesprochen. Sehr interessant!
Heute war ich dann erstmal mit Florencia schwimmen und dann auf dem Hof von ihrer Mutter... siehe Bilder...

Morgen fahr ich dann mit Guilles Schwester Trinidad nach Rosario - Geburtsstadt Che Guevaras, nur so nebenbei - und bleib dort bis Freitag in ihrer Studentenbude.
... ja, ja, ein Schelm der böses dabei denkt. Bei Mate und Sonnenschein haben wir uns lange über Gott und die Welt unterhalten bevor es wieder zurück ins elterliche Haus ging. Ach ja, da war ja noch was geplant für diesen Tag: war ja der 24. Dezember. Aber davon hat man nix mitbekommen. Die Geschäfte waren bis 20 Uhr geöffnet und keiner machte Anstalten dass es jetzt bald los ging. Um 21 Uhr war es aber dann doch soweit und wir sind mit Jeeps im Konvoi über Schotterpisten zu Guilles Onkel (?) gefahren. Der ist eigentlich Argentinier wohnt aber mit seiner italienischen Frau Carmen in Lausanne in der Schweiz. Wir 24 Leute - Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins, Freunde und Bekannte - waren eine bunte Mischung aus verschiedenen Ländern: Frankreich, Italien, Schweiz, Ecuador, Argentinien und Deutschland. Dementsprechend war das Stimmengewirr... Das Fest war alles andere als weihnachtlich, nicht einmal einen Christbaum gab es. Eigentlich ging es mehr darum, das Haus oder vielmehr den Palast des Gastgebers samt des davorstehenden Geländewagens (ja, ja, der gute Hummer) zu präsentieren. Nach dem Champagnerempfang gab es ein reichhaltiges Asado, gekrönt vom "Frohe Weihnachten!" Wünschen um Punkt 24 Uhr (war das nicht an Sylvester???) und Geschenke verteilen. Als ich eigentlich schon dachte der Höhepunkt wäre schon erreicht gab es allerdings noch eins drauf: ein Feuerwerk!
Mmh, das war also mein Weihnachten...
Am nächsten Tag habe ich lange ausgeschlafen und bin mit Guillermos Cousine Florencia zum Wasserskifahren auf den Rio Parana.. ihre Schwestern und Schwäger - wie sollte es auch anders sein - waren auch da ;-) Das war sehr schön! Und die Argentinier sind wirklich alle sehr, sehr gastfreundlich und interessiert! Abends habe ich mit Guillermos Eltern Abend gegessen und lange über die Argentinien und Deutschland an sich gesprochen. Sehr interessant!
Heute war ich dann erstmal mit Florencia schwimmen und dann auf dem Hof von ihrer Mutter... siehe Bilder...
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| Entre Rios |
Morgen fahr ich dann mit Guilles Schwester Trinidad nach Rosario - Geburtsstadt Che Guevaras, nur so nebenbei - und bleib dort bis Freitag in ihrer Studentenbude.
Samstag, 22. Dezember 2007
Die Zeit vor dem Jahreswechsel ...
Bewusst schreibe ich nicht Vorweihnachtszeit, von weihnachtlicher Stimmung nehme ich hier außer ein paar verwaisten Christbäumen nämlich nicht gerade viel wahr. Es ist einfach zu warm und Weihnachten wird hier in Argentinien - jedenfalls habe ich das Gefühl - auch weniger wichtig genommen als der Jahreswechsel an sich. So hiess Feier, die Siemens in den letzten Tagen noch für alle Mitarbeiter hier in Buenos Aires organsiert auch nicht "Weihnachtsfeier" sondern "Fiesta del fin de Ano", also Jahresendfeier. Sei es drum, gefeiert wurde trotzdem und zwar ordentlich! Am Hafen von Buenos Aires "Puerto Madero" war zu diesem Anlass ein Saal mit dem wohlklingenden Namen "Madero Tango" angemietet wurden und bei sommerlichen 30 Grad wurde zu Häppchen, Champagner und einer Fünfminutenrede des Siemens-Argentinien Chefs bis in die Morgenstunden gefeiert - bei fetziger Lifemusik und Tombola. Ach ja, sogar Wahrsagerinnen hatte mein Arbeitgeber angeheuert, sehr witzig ;-)
Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, dass die Argentinier recht wenig Alkohol trinken, die sind auch so schon super drauf! Grosses Kompliment an meine Gastnation!
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| Zeit vor dem Jahreswech |
Sonst habe ich die letzten Tage viel mit Guillermo und seinen Freunden mal auf dem Land mal im Theater verbracht. An das Leben könnte ich mich gewöhnen...
Ausserdem habe ich letztes Wochenende gleich zweimal ein ganz tolles Tango-Theater-Tanz-Festival besucht (Cambalache) und war inzwischen immerhin auch zweimal auf einer Milonga. Aber wer jetzt schon denkt ich hätte mich mit heissen Tangotänzern vergnügt muss ich leider enttäuschen. Ich wurde zwar aufgefordert, aber das erste Mal von einer feurigen rothaarigen Österreicherin und das zweite Mal von Ricardo. Der hat mir auch gleich seine Telefonnummer zugesteckt und wir haben uns auch den Rest des Abends noch blendend unterhalten. So, und jetzt kommt der Haken: Der Gute ist 84 Jahre alt... Aber getanzt hat er wie ein junger Gott ;-) - hat ja schon mehr als 60 Jahre Erfahrung.
letzten Mittwoch habe ich mir mit Arne dann eine Weinprobe eines Weingutes aus Mendoza gegönnt. Die Weine waren fantastisch! Und noch viel besser die Atmosphäre.
Wir waren mitten im Zentrum im 21. Stockwerk und zufällig waren gleich drei Feuerwerke in der Nähe und der Obelisk in der Avenida de 9. Julio hell erleuchtet zum Greifen Nahe. War schon eine sehr besondere Atmosphäre! Und wir haben den Wein tatsächlich "nur" degustiert, daher war ich danach fast noch nüchtern und das Aufstehen am nächsten Morgen nicht allzu schwer.
So, und heute hat nun mein Urlaub angefangen... War am Freitag nach der Arbeit erstmal sehr froh, dass ich mich eine Woche nicht damit beschäftigen muss. Den letzten Tag haben meine Kollegen und ich aber ohnehin schon mit Mate trinken und unterhalten zugebracht. Heute war ich dann erstmal ausgiebig shoppen. Eigentlich wollte ich zwar nur noch was für Guille zu Weihnachten besorgen, aber auch für mich war ich dann noch äusserst erfolgreich. Nach der kleinen Tour durch die Stadt hatte ich in vier Stunden 8 (!) Paar Schuhe [mein persönlicher Rekord], 5 CDs, 6 Oberteile, 1 Kleid, äh, einen Haufen Unterwäsche und noch lauter Kleinkram eingekauft. Kam mir vor wie ein Packesel als ich schliesslich in meine Wohnung getaumelt bin.. aber jetzt freut sich die erfolgreiche Jägerin und Sammlerin natürlich über ihre neuen Schätze!!!
Morgen geht es dann mit Guille und seinem Vater auf nach Victoria in der Provinz Entre Rios wo ich Weihnachten und die Tage danach mit Guilles Familie verbringen werde. Freu mich schon! Bericht folgt ...
Dem Rest der Welt ein Frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2008!
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